Agile-Kultur vs. Agile-Tools

Während die Akzeptanz von Agile in Unternehmen weiter zunimmt, werden die Methoden, die es definieren, häufig falsch interpretiert. Ein kürzlich veröffentlichter Gartner-Report weist darauf hin, dass viele Anwendungs-Delivery-Verantwortliche fälschlicherweise “Agile” mit “agil sein” gleichsetzen. Die beiden sind leicht zu verwechseln. Aus diesem Grund gehen Verantwortliche von Business-Anwendungen oft davon aus, dass sie durch die Integration des agilen Projektmanagement-Tools Atlassian JIRA in ihren Entwicklungsprozess oder einfach durch die Verwendung von Burndown-Charts oder User Stories ‘Agilität’ einführen.

 

Dieser Artikel beschreibt die wahre Natur der Agilität. Der Unterschied zwischen der Agile-Kultur und Agile-Tools ist wie der Unterschied zwischen einem medizinischen Abschluss und dem Halten eines Stethoskops. Das Verständnis dafür kann über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Umstellung auf Agile entscheiden. Wenn Sie eine führende Rolle in der Unternehmens-IT innehaben und Agile auf Ihrer Agenda für 2018 steht, empfehlen wir Ihnen, diesen Artikel zu lesen, um mehr darüber zu erfahren.

 

Achieving Agile

 

Der Unterschied zwischen Tun und Sein

Der Report rät des weiteren Verantwortlichen davon ab, sich an eine Sprint-basierte Methodik wie Scrum zu klammern, und warnt davor, dass sie letztlich die allgemeine Agilität einer Organisation behindern kann.

 

Agile ist eine Kultur und sozusagen eine “Denkweise”. Scrum ist ein formalisierter Prozess. Die ursprüngliche Prämisse hinter Scrum war die Beschleunigung der Produktbereitstellung. Allerdings sind schlankere, weniger strukturierte Initiativen wie DevOps und Continuous Delivery stärker auf den Mehrwert ausgerichtet. Diese Initiativen bringen einen ganzheitlichen Ansatz für die Anwendungsbereitstellung mit sich. Er umfasst alle Aspekte eines Unternehmens, wie Business User, Integration und Testing. Nicht nur die Software-Entwicklung.

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Agile Methodik: Scrum vs. Kanban

Was ist Scrum?

Scrum ist ein klar definiertes Prozessmodell für agiles Projektmanagement. Dabei arbeiten funktionsübergreifende Teams in Iterationen. Scrum-Teams beinhalten zwei spezielle Rollen. Der Scrum Master überwacht die Durchsetzung der Methode. Der Product Owner verantwortet die Produktdefinitionen und vertritt die Interessen der Kunden.

 

Scrum-Teams treffen sich regelmäßig zur Iterationsplanung, täglichen Status-Updates und Sprint-Reviews. Dies kann Teams leicht ablenken, so dass sie mehr Zeit damit verbringen, zu berichten, was sie tun, anstatt es auszuführen. Dennoch werden in der Regel die Vorteile von Scrum als große Zeitersparnis bei den Spezifikationen und weniger Übergaben durch funktionsübergreifende Teams angesehen. Schließlich bietet Scrum mehr Flexibilität bei der Roadmap-Planung durch kurze Sprints.

 

Achieving Agile

 

Was ist Kanban?

Die Kanban-Methode ist weniger strukturiert als Scrum. Es ist kein Prozess-Framework als solches, sondern eher eine Reihe von Leitsätzen für agiles Projektmanagement. Kanban-Prinzipien können auf jeden Prozess angewendet werden. In Kanban organisieren Sie Ihre Arbeit auf einer Kanban-Tafel. Spalten stellen Stationen dar. Jedes Work-Item durchläuft verschiedene Stationen von links nach rechts. Die Work-Items werden durch die Spalten für in ProgressTestingReady for Release und Released gezogen.

 

Anders als Scrum hat Kanban ein festgelegtes Kriterium, um die Kapazität zu definieren. Ein Work-in-Progress-Limit (WIP-Limit) wird angewendet, um Engpässe im Fortschritt gut sichtbar zu machen. Das WIP-Limit legt fest, wie viele Work-Items sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Station befinden können. Erreicht eine Station ihr vorgegebenes WIP-Limit, kann keine neue Aufgabe diese Station erreichen. Das gesamte Team muss zuerst helfen, die voll ausgefüllte Station zu bereinigen. Dies ermutigt die Teammitglieder, multidisziplinär zu agieren.

 

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

 

Scrum

Kanban

ProzessFormalisiertLose umrissen
MilestonesPro Sprint (ca. einmonatige Iteration)Kontinuierliche Verbesserung
Tägliche MeetingsIterationsplanung, Status-Updates, Sprint-ReviewsUnnötig
KapazitätPro Sprint (grobe Schätzung)Vordefiniertes WIP-Limit
FachübergreifendTeamsTeammitglieder
Feste RollenScrum Master, Product OwnerProjektmanager
EngpässeUnsichtbarSichtbar

 

‘Agil sein’ – was bedeutet das?

Agile Organisationen sind besser positioniert, um den sich schnell ändernden Marktanforderungen gerecht zu werden.

Die Prinzipien der agilen Softwareentwicklung sind im Agile Manifest festgelegt. Es betont den Wert von Teamarbeit, Vertrauen und offener Kommunikation gegenüber Tools, Verfahren und Methoden.

Während alle Agile-Methoden eine minimale Abhängigkeit von Anforderungen und Spezifikationen erlauben, sind einige Methoden eher hilfreich für die Schaffung einer agilen Organisationskultur. Solche Methoden:

  • fördern fachübergreifendes Lernen und kontinuierliche Anpassung.
  • bieten berufliche Mobilität und vermeiden feste Jobrollen und Karrierepfade.
  • verfolgen Wertkennzahlen statt Zeit und Ausführung.
  • regen individuelle Spitzenleistungen anstelle von Teamleistungen an.

Warum ist es einfacher, Agile zu handeln als Agile zu sein?

Prozesse sind leichter zu definieren und zu kontrollieren als Menschen und Kultur. Es scheint oftmals einfacher zu sein, die Ausführung und die Meilensteine zu messen als den Wert. Scrum wird zwar häufig mit Agilität und Schnelligkeit in Verbindung gebracht, ist aber sehr stark auf die Kadenz des Sprints beschränkt.

 

Anwendungsverantwortliche, die Scrum zum ersten Mal implementieren, können es tatsächlich als Change Agent für einen neuen Code für agiles Verhalten einsetzen. Im Idealfall würden die Teammitglieder mehr Verantwortung übernehmen, da sich die Teams zu Sprintzielen verpflichten. Sie würden die Codequalität steigern, die Geschwindigkeit erhöhen und insgesamt motivierter werden, um besser und schneller das zu erreichen, was sie zugesichert haben.

 

Wenn Sie jedoch an der Oberfläche von Scrum kratzen, finden Sie darunter das sehr traditionelle Milestone-Time to Market-Muster.

Den Fokus weg von der Bereitstellung spezifischer Funktionen und hin zur kontinuierlichen Verbesserung zu verlagern, erfordert eine weniger strukturierte Methodik, wie z. B. Kanban, sowie eine klare Richtlinie der Führung und die richtigen Enterprise Agile Delivery-Tools.

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So ändern Sie Ihre Organisationskultur

Anwendungsverantwortliche in DevOps-Organisationen sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Sie sollten die Bereitschaft zeigen, Vorreiter zu werden, zum Beispiel durch die Einführung neuer Agile-Planungstools und -technologien. Panaya Release Dynamix [RDx] ist ein intelligentes Continuous Delivery-Tool. Es liefert in Echtzeit-Einblicke in die Risiken und die Qualität der Pipeline und generiert automatisch Korrekturmaßnahmen.

 

Führungskräfte sollten auch negative oder belastende Reaktionen wie „Ich wusste nicht, dass diese Komponente bereit zum Testen war” oder „die Business-Anforderung war nicht klar definiert” unterbinden. Tools wie Panaya RDx lassen alle Beteiligten alles sehen, mit Transparenz und Echtzeitüberwachung. Die kollaborative Plattform unterstützt Sie zudem bei der Synchronisierung aller Mitarbeiter in Business-, Test-, Entwicklungs- und Delivery-Teams, durch verbundene Aktivitäten und Workflows, die auf dasselbe Ziel ausgerichtet sind.

 

Schließlich sollten die Anwendungs- und Programmverantwortlichen flexibel sein und Anforderungen an sich ändernde Bedingungen anzupassen. Mit Panaya RDx können Sie Erkenntnisse in Echtzeit einbeziehen und mehrdimensionale Ansichten über Auswirkungen und Risiken gewinnen, um datenbasierte Entscheidungen zu treffen.

 

Auswahl des am besten geeigneten Agile-Planungstools

Als Faustregel empfiehlt Gartner, ein Tool zu wählen, das die Agile-Prinzipien anstelle von starren Methoden unterstützt. Entscheiden Sie sich für ein Tool wie Panaya RDx, das Wertstrommanagement ermöglicht, für viele verschiedene Stakeholder, mit integrierter Transparenz und Zusammenarbeit.

 

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